PRAHA
02- Geschichte

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Urvater Čech

Hinter dem Tatra-Gebirge, einem Teil der Karpaten in den Niederungen am Fluss Weichsel erstreckte sich seit Gedenken das Kroatische Land, ein Teil der großen Heimat der Slawen.
Hier lebten unzählige Stämme, verwandt der Sprache, den Sitten und der Art des Lebens nach (schreibt Alois Jirásek, tschechischer Schriftsteller, in seinem Buch Alte tschechische Sagen).

Das Zusammenleben war aber keinesfalls friedlich und so beschlossen zwei Brüder, beide Herzöge eines mächtigen Stammes, Čech und Lech, das durch Kämfe verwüstete Land mit ihrem Volk Richtung Westen zu verlassen.

Der lange Marsch führt durch schwach besiedelte unwirtliche Gebiete über den Fluß Oder später Elbe bis zur Moldau, zum Berg Říp. Von hier aus können sie die Weiten einer wunderschönen, dicht bewaldeten und reich an fruchtbaren Weiden, sich bis zum Horizont erstreckenden Ebene erblicken.

Praotec

Urvater Čech mit seinem Volk auf dem Berg Říp, in der Nähe des heutigen Prag
Quelle: Wikipedia, Autor: Josef Mathauser (1846-1917)

Das ist das vom Urvater Čech, seinem Volk versprochene Land. Hier lassen sie sich nieder, um diesen wunderbaren Flecken der Erde zu besiedeln. Zu seinen Ehren soll auch das Land seinen Namen tragen - Čechy (Tschechien). Dies ist geschehen im 6. Jahrhundert n. Chr.

Den Bruder Lech treibt es aber weiter, diesmal Richtung Osten. Vom Berg Říp aus soll man sehen, wo er sich mit seinem Begleitvolk niederlässt und ein großes Feuer entzündet. Nach dem riesigen Rauch (Kouř) wurde dann auch die, von ihm gegründete Burg benannt - Kouřím.

Nach etwa 30 Jahren stirbt der inzwischen 86-jähriger Urvater. Seine Seele fliegt ins Paradies, in die Gegend des ewigen Frühlings, damit sie dort weiter lebt in Ehren und Würde, in denen er auch unter den Seinen weilte.

Aber die Moral des sich stark vermehrten Volkes sinkt, Streitigkeiten und Kämpfe untereinander entstehen. Ein neuer Herzog muss die Führung übernehmen. Wer soll aber mit dieser großen Aufgabe betraut werden?
Der Bruder Lech, nach dem geschickt wurde, lehnt ab, da er weiter ziehen möchte und zwar über die Oder gegen Osten, wo er Burgen und Städte gründet, unter anderem Krakov (Krakau), das er nach seinem Sohn benennt.

Auf seinen Rat hin, wird Krok, der Fürst eines mächtigen Geschlechts, zum obersten Richter und Herrscher des tschechischen Volkes ernannt.

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