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P r a g - Divoká Šárka
© OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

Wilde Šárka – Divoká Šárka

Der Naturpark erstreckt sich auf ca. 250 ha, ein reizvolles felsiges Gelände beiderseits des Šárka-Baches. Hier würde man nie vermuten, daß man sich noch in der Stadt befindet.

Die Namensgebung geht auf die Ereignisse nach dem Tod der Fürstin Libuše zurück.
Vlasta, die führende Begleiterin der Fürstin scharte alle Mädchen und Frauen um sich, um gegen die Vorherrschaft der Männer auf der Burg Vyšehrad zu kämpfen. Die Kämfe gingen in die Geschichte als der Mädchenkrieg ein.
Šárka, eine Gefährtin von Vlasta, zeichnete sich als die mutigste aus. Durch eine List hatte sie den führenden Kämpfer Vyšehrads Ctirad in den grausamen Tod am Folter-Rad gelockt.
Später soll sie ihre Tat bereut haben und stürzte sich hier von einem Felsen herunter. Die Stelle wird als der Mädchensprung bezeichnet.

Um dem Stress der Stadt zu entfliehen, muß man sie nicht verlassen. Hier im Nordwesten Prags findet man Erholung und Natur pur: Spazierwege, Felsen zum Klettern, Freibad, Camping, und gelegentlich auch ein Naturtheater.

Unseren Ausflug beginnen wir, wie immer, am Wenzelsplatz. Wir fahren von der Haltestelle am Museum oder Můstek mit der Metro-Linie A bis zur Haltestelle Veleslavín und dann mit der Straßenbahn bis zur Endhaltestelle Divoká Šárka.
Ausnahmsweise wäre auch eine Fahrt mit dem Auto bis zum McDonald-Parkplatz (Evropská 204) möglich.

Hier starten wir auch unseren ca. 5km langen Rundgang, für den wir mindestens einen halben, oder mit Badeaufenthalt den ganzen Tag einplanen sollten.
Wir überqueren den Weg auf der Rückseite von McDonald und steigen ein paar verwitterten Steinstufen herunter und gehen gemütlich am Bach entlang in der Schlucht zwischen den Felsen bis zum Freibad Divoká Šárka. Hier können wir einen Badeaufenthalt einlegen, wenn das bekannt kalte Wasser nicht stört, oder einfach nur sonnen. In der Nähe befindet sich auch ein Gartenrestaurant Dívčí Skok (Mädchensprung) unterhalb des Felsens, von dem sich Šárka in die Tiefe hat stürzen sollen.

Weiter geht es an der früheren Teufels-Mühle (Čertův mlýn) vorbei eine Steigung hoch bis zum Campingplatz Džbán - Krug. Auch hier ist eine Rast im Campingplatz-Restaurant möglich.
Nach dem Camping wird der Spaziergang abenteuerlicher. Es besteht die Möglichkeit vorsichtig auf die Felsen zu steigen (kein Klettern) und die Aussicht in die Schlucht und das Tal oder zum Stadtteil Liboc und darüber hinaus bis zum Gehege und Schlößchen Hvězda (Stern) zu genießen.

Wir gehen dann auch an einem Waldstück vorbei, in dem im September jeden Jahres eine Openair-Oper des Nationaltheater-Ensembles kostenlos aufgeführt wird. Ein Jahresereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man zu der Zeit in Prag weilt.

Zum Schluß überqueren wir eine große Grasfläche und steigen zum Wasserspeicher Džbán (Krug) herunter, um dann über die uns bereits bekannte Steintreppe zum McDonald-Parkplatz hoch zu steigen und auf dem gleichen Weg zum Wenzelsplatz zurück zu kehren.

Damit haben wir wieder einen herrlichen Tag in Prag verbracht, diesmal abseits des Trubels der Stadt, den wir mit einem oder mehreren Gläsern Wein oder Bier beim Abendessen in der Innenstadt ausklingen lassen können. Ein Vorteil, wenn man nicht mit dem Auto unterwegs war.

Fotos: 42